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Materialauswahl

Posted by on März 3, 2014

Die Möbel sind aus Aluminium Systemprofilen mit 40x40mm Kantenlänge und einer 8mm Nut (Item Raster) aufgebaut. In die Nuten sind 6mm Sperrholzplatten mit Phenolharzoberfläche aus dem Flightcasebau eingesetzt.

Die Systemprofile lassen sich leicht montieren, sind rostfrei und sehr robust. Außerdem bieten Sie eine hohe Stabilität bei gleichzeitig vergleichsweise geringem Gewicht. Außerdem gibt es diverse Zubehörteile wie Winkel, Bodenbefestigungen, Laufrollen für Schiebetüren, Scharniere etc.

Weiterhin sind für die Profile und die Verbindungselemente Datenblätter und Berechnungsformeln für die Auslegung der mechanischen Belastungen verfügbar. Das ist zum Einen ein riesen Vorteil bei der TÜV-Abnahme und bewahrt darüber hinaus ganz grundsätzlich vor unschönen Überraschungen. Wer möchte schon gerne bei der ersten Übernachtung mit dem Bett in den Laderaum absacken oder schlimmer, nach einer Vollbremsung seinen Koffer neben sich im Cockpit einsammeln müssen.

Außerdem lassen sich die Profile durch die duchgehende Nut sehr einfach mit Nutsteinen, Schrauben und Winkeln mit im Fahrzeug vorhandenen Befestigungspunkten Verbinden. In unserem Fall waren das vor allem ehemalige Befestigungspunkte von Sitzen die wir ausgebaut hatten und im Boden eingelassene Airlineschienen, die ursprünglich der Befestigung von Rollstühlen samt Insassen dienten.

Wie Eingangs erwähnt, wurden für den Möbelbau wasserfest verleimte Sperrholzplatten aus dem Flightcasebau verwendet. Flightcases sind die Transportkisten in denen Bands üblicher Weise ihre Technik, die Instrumente und den ganzen anderen Plunder für den Transport verpacken. Das Material ist also robust, wasserfest und wird in großen Stückzahlen produziert. Außerdem ist die Oberfläche sehr unempfindlich, die Platten quellen und verziehen sich nicht und sind zudem auch sehr stabil. Der letzte Punkt ist vor allem in Hinblick auf die Haltbarkeit der Möbel im Falle eines Unfalls relevant. Schließlich stellt dies die maximal auftretende Belastung für den Innenausbau dar.

Die Sperrholzplatten gibt es in unterschiedlichen Stärken und wahlweise mit einem PVC Folienüberzug (mit und ohne Gegenzugfolie auf der Rückseite) in Natur oder, wie in diesem Fall verwendet, mit einer beidseitigen Phenolharzbeschichtung. Das sieht gut aus, da die Maserung des Holzes noch durchscheint und es gibt eine Menge unterschiedlicher Farbtöne. Außerdem sind die Platten auch für Kinderspielplätze zertifiziert, weswegen davon ausgegangen werden kann, dass keine gesundheitsschädlichen Stoffe verwendet wurden. Bei Baumarktware ist das wohl teilweise nicht immer so. Im hier beschriebenen Ausbau wurde ein goldgelber Farbton gewählt. Der Innenraum wirkt dadurch freundlich und warm ohne den “Charme” eines klassischen Wohnmobilausbaus von er Stange zu versprühen. Beim Kauf sollte man unbedingt auf die Herkunft des Holzes achten. Das oft verwendete günstige Sperrholz aus Fernost ist nicht annähernd so stabil wie ein europäisches Birkensperrholz. Eine Tatsache, die sich natürlich auch im Preis bemerkbar macht.

Um den Ausbau “knarzfrei” zu machen und der Tasache Rechnung zu tragen, das ein Kastenwagen nun einmal aus Metall besteht welches sich je nach Temperatur ausdehnt oder zusammenzieht und sich während der Fahrt auch durchaus verwindet, wurden die Kanten der Platten mit selbstklebenden Moosgummistreifen eingefasst und dann in die Nuten der Aluminiumprofile eingesetzt. Ein Vorgehen, welches sich 100% bewährt hat. selbst auf einer holperigen Forststrasse in der Mecklenburgischen Einöde blieb der Innenausbau komplett geräuschfrei.

Die Aluminiumprofile gibt es von verschiedenen Herstellern. Die größten sind Bosch und Item. Beide Firmen bieten alles erdenkliche Zubehör an, lassen sich das aber auch fürstlich bezahlen. Da die Profile unterschiedlich dimensioniert sind, sind sie nicht untereinander kompatibel. Für die Vorplanung gibt es zahlreiche Kataloge bei den Herstellern im Internet. Papierversionen werden auf Anfrage verschickt. Außerdem bieten einige Hersteller auch CAD Modelle der Profile zum Download an. Mit Hilfe der geeigneten Software kann der Innanausbau dann sehr komfortabel am heimischen Rechner geplant werden. Mehr dazu ist im Artikel Konstruktion beschrieben.

Die Profile und Verbindungselemente für das hier beschrieben Fahrzeug wurden per Internet bei Motedis bestellt.

Die verwendeten Sperrholzplatten habe ich direkt über die Firma don’t panic bezogen. Das Unternehmen arbeitet integrativ, d.h. mit behinderten Menschen und kooperiert eng mit sozielen Einrichtungen. Darüber hinaus legt es großen Wert auf ökologische Gesichtspunkte bei der Herstellung von Flightcases für spezielle Anwendungen.  Obwohl mein Anliegen überhaupt nichts mit dem Kerngeschäft zu tun hatte, war es von Beginn an ein außerordentlich freundlicher Kontakt. Sicherlich wären die Bretter anderswo günstiger zu haben gewesen, aber die Qualität ist Spitze und außerdem finde ich es wichtig Geschäftsmodelle wie das oben beschreibene zu unterstützen. Bei don’t panic arbeitet wirklich ein tolle Team! Vielen Dank an dieser Stelle!

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